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Blog und Artikelschmiede von Stefanie Matulat

Die Flucht der Ameisen

Wo man hinsieht, überall Vulkane und Berichte über Vulkane. Der Ausbruch des Eyjafjallajökull (Gott segne die Copy & Paste Funktion) hat für einigen Wirbel gesorgt. Tagelange waren sämtliche europäische Flughäfen gesperrt und sorgte für Unmut bei den Reisenden. Doch der Eyjafjallajökull ist weit von uns weg. Direkt betroffen sind dennoch nur die Isländer. Sie haben die Asche verschmutzen Felder und Wiesen. Ihre Tiere sind es, die verenden könnten, gerade die kürzlich geborenen Lämmer.

Im Zuge des ganzes Hypes um den Eyjafjallajökull stieß ich zufällig auf einen Autor Namens Ulrich C. Schreiber. Herr Schreiber ist Professor für Allgemeine Geologie an der Universität Duisburg-Essen. Er befasst sich mit der regionalen Geologie Mitteleuropas, Vulkanismus, Tektonik sowie mit Geoökologie. Und was hat Herr Schreiber nun mit dem Eyjafjallajökull zu tun? Herr Schreiber schrieb den Geothriller “Die Flucht der Ameisen” und dieser handelt von einem Vulkanausbruch. In Deutschland. Genaugenommen gleich um die Ecke, nämlich in der Eiffel. Schreiber entwirft ein Szenario, was passieren könnte, wenn so ein Vulkan tatsächlich ausbricht.

Jetzt denken einige vielleicht, dass dieser Vulkan einfach alles wegsprengt, riesige Krater entstehen und ganze Landstriche von einem Lavastrom niedergebrannt werden. Doch das ist nicht der Fall. Jedenfalls nicht in Schreibers Vision. Der Ausbruch ist relativ “harmlos”. Natürlich sterben Menschen, denn ein Glutstrom zieht mal eben über ne Stadt rüber. Asche gibt es auch, allerdings liest man nichts von Luftraumsperrungen. Das eigentlich Fatale an dem Ausbruch (es folgen noch einige mehr) ist die Lava. Sie fließt in den Rhein und staut sich da. Ein riesiger Damm entsteht, der den Rhein absperrt. Und das zur Hochwassersaison. Das Ergebnis lässt nicht lange auf sich warten. Es säuft alles ab, was sich irgendwie in Rheinnähe befindet, die Nebenflüsse wie Main, Lahn oder Nidderau mit eingeschlossen. Und die meisten Städte stehen nicht einfach mal 2 Meter unter Wasser. Sie werden regelrecht zu Unterwasserstädten. Mit ihnen historische Kulturgüter-, Bauten, Wertpapiere und und und. Von Atomkraftwerken und Industrieanlagen ganz zu schweigen. Der Frankfurter Flughafen erfüllt alle Voraussetzungen eines U-Boot Andockhafens. Die wirtschaftliche Folgen für Deutschland und Europa kann man sich ausmalen.

Natürlich wird in dem Roman eine Lösung gefunden, jedoch dauert es einige Zeit, bis sie sowohl umgesetzt als auch Ergebnisse zeigt. Fakt ist, würde das Szenario so eintreffen, wie es Herr Schreiber beschreibt, würden die meisten Häuser nach Abzug des Wassers einfach nur noch ein Haufen Schutt sein. Millionen Existenzen wären einfach vernichtet.

Das eigentlich Beklemmende an dem Roman ist die Tatsache, dass der Vulkanismus in der Eifel nach Ansicht von Experten lediglich ruht. Der letzte Ausbruch war vor ca. 11.000 Jahren. Das ist in der Geologie praktisch gestern gewesen. Anzeichen für einen baldigen Ausbruch gibt es allerdings nicht. Was jedoch nicht bedeutet, dass nicht vielleicht in 20 Jahren mit einem Ausbruch zu rechnen ist. Die Vulkane der Eifel sind noch aktiv, wann sie ausbrechen werden, lässt sich nicht vorhersagen. Seismologische Überwachungen sollen aber dafür sorgen, dass man einen Ausbruch rechtzeitig erkennen und dementsprechend handeln kann. Es bleibt zu hoffen, dass ein Ausbruch noch lange auf sich warten lässt.

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